EZB: Durch Brexit fließen Billionenbeträge in den Euroraum

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29. August 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die EZB-Bankenaufsicht geht davon aus, dass Geldhäuser im Zuge des Brexits erhebliche Geschäftsteile von London in den Euro-Raum verlagern werden. Am Ende des Prozesses würden voraussichtlich Vermögenswerte in Höhe von 1,3 Bio. Euro von der britischen Hauptstadt in die Euro-Zone bewegt.

Das sagte EZB-Bankenaufseher Andrea Enria Medienberichten zufolge. Nach Angaben Enrias werden 24 Banken umziehen. 7 davon würden unter direkter Aufsicht der EZB stehen, die 17 anderen fielen unter die jeweilige nationale Aufsicht ihres künftigen Standorts. Seit Ende 2014 obliegt der Europäischen Zentralbank die Kontrolle der großen Geldhäuser im Euro-Raum. Derzeit gilt das für 114 Banken, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Für die Überwachung der kleineren Institute sind weiterhin die nationalen Aufsichtsbehörden zuständig.

Enria erklärte demnach zudem, dass im Zuge der Vorbereitungen auf den Brexit die Institute alle von der Aufsicht verlangten Anforderungen erfüllt hätten. Darüber hinaus sei ein Notfallplan in Kraft, um auf Schocks und Turbulenzen an den Finanzmärkten vorbereitet zu sein. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte angekündigt, den EU-Ausstieg am 31. Oktober zu vollziehen, unabhängig davon, ob es ein Abkommen gibt oder nicht. Kritiker befürchten bei einem Ausscheiden des Landes aus der EU ohne Abkommen starke ökonomische Verwerfungen. (ud)

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